Wir alle haben diesen Ratschlag schon gehört: „Erst mal tief durchatmen!“ Es klingt nach einer simplen Lösung für Stress, Überforderung oder Nervosität. Doch was, wenn dieses tief durchatmen gar nicht so hilfreich ist, wie wir denken?
Als Atemtherapeut sehe ich oft, dass viele Menschen unbewusst in eine Art Überatmung geraten – vor allem in stressigen Situationen. Statt wirklicher Entspannung kann das sogar zu Unruhe und Anspannung führen. Warum das so ist und wie du es besser machst, erfährst du in diesem Artikel.

Warum tiefes Atmen oft falsch verstanden wird
Wenn wir an „tiefes Atmen“ denken, stellen wir uns meist einen schnellen, großen Atemzug vor – doch genau das kann das Problem sein.
Viele Menschen atmen in stressigen Momenten automatisch schneller und füllen dabei hauptsächlich den Brustkorb mit Luft. Das signalisiert dem Körper jedoch keine Entspannung, sondern eher eine Aktivierung des Nervensystems – ähnlich wie bei körperlicher Anstrengung oder Panik.
Das liegt daran, dass wir in Ruhe mit dem Zwerchfell atmen, unserem Hauptatemmuskel. Dann bewegt sich unser Bauch mit der Atmung mit – mit der Einatmung hebt sich die Bauchdecke, mit der Ausatmung senkt sie sich wieder ab. Nur bei Sport oder unter erhöhter Belastung atmen wir zusätzlich mit unserer Atemhilfsmuskulatur, bestehend aus Muskeln in Nacken, oberem Rücken und der Brust. Und dann atmen wir meist auch schneller. Diese schnelle, flache Atmung überlastet häufig die Atemhilfsmuskulatur. Wusstest du, dass falsche Atmung Nackenverspannungen verursachen kann?
Das kann langfristig dazu führen, dass du dich unruhig, angespannt oder sogar schwindelig fühlst. Denn schnelles, tiefes Atmen kann zu einer Art chronischer Hyperventilation führen, bei der dein Körper mehr Kohlendioxid abgibt, als er sollte. Das hat zur Folge, dass weniger Sauerstoff in deinen Zellen ankommt und dass du weniger entspannt bist – paradoxerweise genau das Gegenteil von dem, was du eigentlich willst!
Erfahre, wie dir Atemtechniken bei akuter Angst und Panik helfen können, diese Muster zu durchbrechen.

Langsames Atmen – der wahre Schlüssel zur Entspannung
Überlegen wir doch mal, wie wir atmen, während wir schlafen: langsam, sanft, rhythmisch. Dein Körper reguliert den Atem von selbst und sorgt für eine natürliche Balance.
Im Gegensatz dazu atmest du bei körperlicher Aktivität schneller und tiefer, weil dein Körper in diesem Moment mehr Sauerstoff benötigt und schneller CO2 abgeben will. Doch im Alltag – besonders in stressigen Momenten – ist es entscheidend, nicht in dieses Muster zu verfallen.
Das Geheimnis eines entspannenden Atems liegt nicht in der Tiefe, sondern in der Langsamkeit und Bewusstheit. Wenn du langsam atmest, aktivierst du den Parasympathikus, den Teil deines Nervensystems, der für Entspannung und Regeneration zuständig ist. Dadurch sinkt dein Puls, dein Blutdruck stabilisiert sich, und dein gesamter Körper kann sich beruhigen.
2 Praktische Übungen: So atmest du dich ruhig
Damit du direkt spüren kannst, wie wirkungsvoll bewusstes, langsames Atmen ist, lade ich dich zu zwei kleinen Übung ein. Eine, hier im Artikel. Die andere, in Form eines Videos. Nimm dir gerne einen Moment Zeit, um sie beide auszuprobieren:
- 1. Setze oder lege dich bequem hin.
- 2. Schließe die Augen und richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem.
- 3. Atme langsam durch die Nase ein – spüre, wie sich dein Bauch hebt. Zähle dabei bis vier.
- 4. Atme dann noch langsamer durch den Mund aus. Zähle bis acht.
- 5. Wiederhole diesen Rhythmus für drei bis fünf Minuten.
Wenn deine Gedanken abschweifen, bringe deine Aufmerksamkeit sanft zurück zu deinem Atem. Spüre, wie du mit jedem Atemzug ruhiger wirst und dein Körper sich entspannt.
Hast du genug von dem altbekannten „Tief durchatmen“, das oft mehr Stress als Entspannung bringt? In meinem Video zeige ich dir, warum du stattdessen bewusst und langsam atmen solltest – für mehr Ruhe, Entspannung und inneren Frieden. Und am Ende habe ich eine weitere kleine Übung zur langsamen Atmung für dich!
Im Video erfährst du:
- Warum „tief durchatmen“ nicht immer die beste Lösung ist
- Wie sich schnelles vs. langsames Atmen auf deinen Körper auswirkt
- Persönliche Einblicke aus meiner Atemtherapeutischen Arbeit
- Eine geführte Atemübung, mit der du sofort loslegen kannst
Probiere die Übung live mit und entdecke, wie du durch bewusst langsames Atmen wirklich zur Ruhe kommst. Wenn dir das Video gefällt, hinterlasse ein Like, abonniere meinen Kanal und teile deine Erfahrungen in den Kommentaren. Mehr Tipps und Übungen findest du in meinen weiteren Videos und auf meinem youtube-Kanal!

Fazit: Qualität statt Quantität beim Atmen
Es geht nicht darum, möglichst viel Luft in die Lungen zu bekommen, sondern darum, richtig und bewusst zu atmen. Langsames Atmen hilft dir, Stress zu reduzieren, deine innere Balance zu stärken und langfristig gelassener zu werden.
Wenn du regelmäßig übst, wirst du merken, dass du weniger anfällig für Stress bist und dich insgesamt ausgeglichener fühlst.
Hast du diese Übung ausprobiert? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren oder stelle mir deine Fragen – ich freue mich auf den Austausch!
Und vergiss nicht: Atme langsam – und lass den Stress hinter dir.
Falls du dir hierbei Unterstützung wünschst – kontaktiere mich und mache z.B. ein kostenloses Beratungsgespräch mit mir aus!
