Die meisten kennen Sauerstoff (O₂) und Kohlendioxid (CO₂) – aber hast du schon einmal von Stickstoffmonoxid (NO) gehört? Dieses kleine Gas mag ungesund klingen – doch es wird in deiner Nase gebildet und hat erstaunlich positive Auswirkungen auf deine Gesundheit: Es erweitert die Blutgefäße, unterstützt deine Zellkommunikation und wirkt sogar antibakteriell und antiviral. Und das Beste: Du kannst es durch bewusstes Atmen gezielt aktivieren.
In diesem Artikel erfährst du,
→ was Stickstoffmonoxid (NO) ist,
→ warum deine Nasenatmung eine Schlüsselrolle spielt,
→ wie du mit einer einfachen Atemtechnik – dem Summen – die NO-Produktion um ein Vielfaches steigern kannst.
→ und warum fluoridhaltige Zahnpasta und Mundspülungen deine NO-Produktion beeinträchtigen können

Was ist Stickstoffmonoxid (NO) – und warum ist es so wichtig?
Stickstoffmonoxid (NO) ist ein oft übersehenes, aber kraftvolles Molekül, das dein Körper auf zwei natürliche Arten bilden kann:
- durch bestimmte Atemtechniken – und
- durch deine Ernährung.
Vor allem in den Nebenhöhlen deiner Nase wird NO beim Nasenatmen gebildet – ein faszinierender körpereigener Prozess, der tief mit deiner Gesundheit verbunden ist. Gleichzeitig entsteht NO auch aus nitrathaltigen Lebensmitteln, die du ganz einfach in deinen Alltag integrieren kannst.
Doch warum ist dieses Molekül so entscheidend?
NO wirkt:
- gefäßerweiternd, verbessert also die Durchblutung und damit die Sauerstoffversorgung und überhaupt den gesamten Kreislauf.
- blutdruckregulierend, es verhindert so z.B. zu hohen Blutdruck.
- zellkommunikativ, unterstützt also die Kommunikation zwischen Nerven- und Körperzellen.
- und antiviral, stärkt damit dein Immunsystem und insbesondere deine Atemwege.
Studien zeigen, dass Stickstoffmonoxid dabei hilft, Krankheitserreger abzuwehren – ein wertvoller Schutzschild, gerade in Zeiten erhöhter Belastung. Ganz speziell konnte bewiesen werden, dass NO die Replikation, also die Vermehrung von Viren hemmt – z.B. bei Herpesviren oder beim SARS-Coronavirus.
Auch Nahrung kann eine Quelle für Stickstoffmonoxid darstellen. Einige Lebensmittel enthalten reichlich Nitrat, das dein Körper in NO umwandeln kann Gute NO-Lieferanten aus der Küche sind zum Beispiel:
- Rote Bete
- Spinat
- Rucola
- Sellerie
- Mangold
Besonders effektiv ist NO-Produktion aus Lebensmitteln natürlich in Kombination mit gezielter Nasenatmung oder Atemübungen wie Brahmari (die du weiter unten kennenlernst).
NO ist nicht nur gut für die Gefäße, sondern ein echter Wachmacher gegen Brain Fog. Erfahre hier mehr über die neurophysiologischen Hintergründe.

Wie deine Atmung Stickstoffmonoxid steigert – und warum Summen so effektiv ist
Neben der Ernährung ist vor allem deine Nasenatmung entscheidend für die körpereigene Produktion von Stickstoffmonoxid. Denn NO wird vor allem in den Nebenhöhlen gebildet – aber nur dann, wenn du durch die Nase atmest.
Atmest du dagegen durch den Mund, bleibt dieser natürliche Prozess aus.
Doch es geht noch besser:
Eine spezielle Atemtechnik aus dem Yoga – das Brahmari Pranayama, oder kurz Brahmari, auch bekannt als „Bienenbrummen“ – kann die NO-Freisetzung in der Nase auf beeindruckende Weise steigern.
🧪 Studien zeigen: Beim Summen steigt die Konzentration von NO in den Nasennebenhöhlen um das 15-Fache – das entspricht einer Steigerung von 1.400 % im Vergleich zur normalen Nasenatmung.
Der summende Ton erzeugt sanfte Vibrationen im Kopf- und Brustbereich. Diese Mikrovibrationen fördern die Belüftung der Nebenhöhlen und unterstützen die NO-Produktion messbar – ein faszinierendes Beispiel dafür, wie gezielte Atemtechniken die Biochemie im Körper beeinflussen können.
Nasenatmung statt Mundatmung: Warum der Weg entscheidet
Der Ort, an dem NO gebildet wird, ist entscheidend: die Nasengänge und Nasennebenhöhlen.
Wenn du durch den Mund atmest, verlierst du diesen gesundheitlichen Vorteil – denn dort wird kein NO gebildet. Die bewusste Nasenatmung ist deshalb nicht nur natürlicher, sondern auch gesünder. Sie versorgt deinen Körper mit besser aufbereiteter Luft – angereichert mit NO.
Die Übung: Brahmari – Summen für dein Immunsystem
🧘♂️ So geht’s:
- Setze dich bequem und aufrecht hin. Schultern locker.
- Atme tief und ruhig durch die Nase ein.
- Beim Ausatmen summe ein langes „mmm“ – so, dass du eine sanfte Vibration im Gesicht oder Brustbereich spürst.
- Lippen bleiben geschlossen, der Kiefer locker.
- Wiederhole die Übung 5–10 Mal, möglichst in ruhigem, gleichmäßigen Atemrhythmus.

💡 Tipp:
Wenn du zusätzlich die Ohren sanft mit den Fingern verschließt, entsteht eine noch intensivere Wahrnehmung – das verstärkt die beruhigende Wirkung auf dein Nervensystem (klassisch im Yoga als Shanmukhi-Mudra bekannt – siehe Bild).
Warum Brahmari mehr als nur eine Atemtechnik ist
Die summende Ausatmung beruhigt nicht nur den Geist, sondern hat auch eine direkte Wirkung auf dein vegetatives Nervensystem. Sie aktiviert den Vagusnerv, senkt Stresshormone und unterstützt so indirekt auch deine Immunregulation und Regeneration. Spezifisch wirkt die Übung unterstützend bei Asthma, Schlafapnoe und Schnarchen, Bluthochdruck, sowie gegen Angst und Panikattacken.
Brahmari ist damit eine natürliche, kostenlose und jederzeit verfügbare Möglichkeit, deine NO-Produktion anzuregen und gleichzeitig mehr Ruhe und Verbindung in deinem Körper zu schaffen.
Wirkung von Brahmari auf Körper und Geist:
- Erhöht nachweislich die NO-Konzentration in der Atemluft
- Unterstützt die Atemwegsfunktion und kann schleimlösend wirken
- Fördert innere Ruhe, Fokus und Schlafqualität
- Regt den Vagusnerv an – wichtig für Entspannung und Selbstregulation

Was du wissen solltest: Warum fluoridhaltige Zahnpasta und Mundspülungen deine NO-Produktion beeinträchtigen können
Ein oft übersehener, aber bedeutender Aspekt: Die natürliche NO-Bildung aus der Nahrung hängt stark von deinen Mundbakterien ab.
Der Körper wandelt Nitrat (z. B. aus Roter Bete, Rucola oder Spinat) nicht direkt in NO um. Der erste Schritt findet im Mund statt:
Hier wandeln spezialisierte Bakterien Nitrat in Nitrit um – und erst das wird dann im Magen oder Gewebe weiter zu NO verarbeitet.
Fluoridhaltige Zahnpasta und antibakterielle Mundspülungen (z. B. mit Chlorhexidin) können diese wichtigen Mundbakterien stark reduzieren oder sogar abtöten.
Die Folge: Weniger Nitrit – und damit weniger Stickstoffmonoxid.
🔬 Studien zeigen, dass die Verwendung solcher Mundpflegeprodukte sogar den Blutdruck kurzfristig erhöhen kann – weil die NO-Produktion gehemmt wird.
💡 Was du tun kannst:
- Wenn du gezielt deine NO-Produktion unterstützen willst, vermeide den übermäßigen Einsatz aggressiver Mundspülungen.
- Nutze fluoridfreie Zahnpasta oder spüle nach dem Zähneputzen nicht direkt mit antibakteriellen Lösungen.
- Eine gesunde Mundflora ist ein wichtiger Schlüssel für dein Herz-Kreislauf-System – und für deine natürliche Immunabwehr!
Fazit: Ein kleines Molekül mit großer Wirkung
Stickstoffmonoxid ist vielleicht noch wenig bekannt, aber es ist ein echter Gamechanger für deine Gesundheit – und du produzierst es ganz von selbst, wenn du bewusst atmest und summst.
➡️ Wenn du mit gezielter Atmung deine Gesundheit, deinen Fokus und dein Wohlbefinden verbessern willst, lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf dieses oft übersehene Molekül.
