
Angst & Panikattacken: Atemtherapie & ganzheitliche Ansätze
Angst & Panikattacken
Eine Angststörung ist eine ernsthafte psychische Erkrankung, die durch anhaltende und übermäßige Ängste oder Sorgen gekennzeichnet ist. Menschen mit einer Angststörung erleben oft intensive Angstgefühle, die ihr tägliches Leben stark beeinträchtigen können. Diese Angst kann so stark werden, dass sie körperliche und soziale Aktivitäten erheblich einschränkt, Beziehungen belastet und den Alltag zur Herausforderung macht.
Eine häufige Form der Angststörung ist die Panikstörung, die durch wiederkehrende Panikattacken gekennzeichnet ist. Panikattacken sind plötzliche und intensive Anfälle von Angst oder Panik, die körperliche Symptome wie Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Atemnot und Schwindel verursachen können. Oftmals treten diese Attacken ohne Vorwarnung und scheinbar grundlos auf, was die Betroffenen zusätzlich verunsichert und in einen Teufelskreis der Angst vor der nächsten Attacke stürzt.
In Deutschland sind Angststörungen und Panikattacken weit verbreitet. Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts aus dem Jahr 2017 leiden etwa 15% der Bevölkerung im Alter von 18 bis 79 Jahren an einer Angststörung. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten, beginnt jedoch häufig in der Adoleszenz oder im frühen Erwachsenenalter.
Die Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen sind erheblich: Berufliche Leistungsfähigkeit, soziale Kontakte und die allgemeine Lebensqualität können stark beeinträchtigt sein. Viele Menschen mit Angststörungen ziehen sich zurück, vermeiden bestimmte Situationen und entwickeln dadurch zusätzlich weitere Probleme wie Depressionen oder Abhängigkeitserkrankungen. Die Behandlung von Angststörungen und Panikattacken ist wichtig, um das Leiden der Betroffenen zu lindern und ihre Lebensqualität zu verbessern.

Wie können Angst & Panikattacken ganzheitlich behandelt werden?
Neben der konventionellen medizinischen Behandlung gibt es auch naturheilkundliche Ansätze zur Therapie von Angststörungen und Panikattacken. Diese Ansätze sind darauf ausgelegt, den Menschen in seiner Gesamtheit zu betrachten und individuelle Lösungen zu finden, die auf körperlicher, geistiger und emotionaler Ebene ansetzen. Naturheilkunde betrachtet den Menschen als Ganzes und zielt darauf ab, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Im Folgenden möchte ich einige der bewährten Methoden aufführen, mit denen ich Angststörungen und Panikattacken behandle:
- Atemtherapie: über den Atem kann besonders effektiv, schnell und positiv auf unser Nervensystem Einfluß genommen werden. Spezielle Atemformen, die ich in Einzelsitzungen sowie in Gruppenstunden mit Betroffenen einübe, können auch als Notfalltechniken bei einer einsetzenden Panikattacke oder in einer Belastungssituation eingesetzt werden. Die bewusste Steuerung des Atems wirkt beruhigend auf das autonome Nervensystem und kann helfen, aus der Stressreaktion auszusteigen und ein Gefühl der Kontrolle zurückzugewinnen.
- Phytotherapie: Die Verwendung von Heilpflanzen kann dazu beitragen, Angst und innere Unruhe zu lindern. ich habe speziell mit den sogenannten „Adaptogenen“ sehr gute Erfahrungen in der Behandlung von Angststörungen gemacht. Adaptogene wie Rhodiola Rosea und Ashwagandha können helfen, den Körper besser auf Stress zu reagieren und das emotionale Gleichgewicht zu stabilisieren.
- Akupunktur: Besonders die Ohrakupunktur hat positive Effekte auf Stresslinderung, Schlafqualität und Angstbewältigung, wie in einer Studie dargestellt werden konnte. Durch die Stimulation bestimmter Punkte am Ohr kann der Energiefluss im Körper ausgeglichen werden, was eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem hat.
- Mykotherapie (Heilpilztherapie): Heilpilze wie Reishi und Cordyceps werden in der traditionellen Medizin seit Jahrhunderten eingesetzt. Sie können das Immunsystem stärken, die Stressresistenz erhöhen und das allgemeine Wohlbefinden fördern.
- Aromatherapie: Ätherische Öle können eine beruhigende Wirkung haben und zur Entspannung beitragen und können einfach aber effektiv in einen ganzheitlichen Therapieplan eingebaut werden.
- Ernährungstherapie: Eine ausgewogene Ernährung mit vitalstoffreichen Lebensmitteln kann dazu beitragen, das Nervensystem zu stärken und die Stressresilienz zu verbessern. Bestimmte Nährstoffe wie Magnesium, Omega-3-Fettsäuren und B-Vitamine sind besonders wichtig für die Nervenfunktion und können bei Angststörungen unterstützend wirken.

Wieso Atemtherapie bei Panikattacken?
Insbesondere die Atemtherapie wirkt ausgleichend, beruhigend und fördert Ihre Resilienz. Ein Atemtraining kann sich nachhaltig positiv auswirken und ist somit als Körperpsychotherapie anzusehen. Durch die bewusste Atmung können Sie lernen, Ihre Körperreaktionen in Stresssituationen besser zu steuern und eine tiefe innere Ruhe zu finden.
Dies macht die Atemtherapie zu einer besonders geeigneten Behandlungsalternative, denn häufig ist der Grund für die wiederkehrenden Panikattacken und Angstepisoden den Betroffenen gar nicht wirklich bekannt: meist passieren diese aus heiterem Himmel und ohne ersichtlichen Auslöser. Im Körper gespeicherte Angst-Trigger und seelische Verletzungen lassen sich in der Regel schlecht mit Gesprächs- oder Verhaltenstherapien behandeln. Hier setzt die Atemtherapie an, indem sie den Zugang zum Unterbewusstsein und zu tief liegenden Emotionen eröffnet. Somit lernen Betroffene selbst positiv und nachhaltig auf ihr eigenes Nervensystem und auf ihre körperliche und mentale Verfassung einzuwirken und besser mit Angst und Panik umzugehen. Mit der Zeit kann so ein innerer Raum der Sicherheit und Gelassenheit entstehen, der in akuten Stresssituationen aktiviert werden kann.
Probieren Sie doch einmal diese einfache Atemtechnik aus, um Stress, Panik und Angst abzumildern.

