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Die heilende Kraft des Atems: Wie Atemübungen bei Long COVID-Symptomen Linderung verschaffen

Die heilende Kraft des Atems: Wie Atemübungen bei Long COVID-Symptomen Linderung verschaffen

Viele ehemals an COVID Erkrankte leiden an einer Vielzahl an langanhaltenden Symptomen. Wir kennen dies als Long COVID oder Post Covid. Die damit einhergehenden Beschwerden gelten als schwierig zu therapieren. Kann eine Atemtherapie die langanhaltenden Symptome, die viele COVID-Erkrankte plagen, lindern? Studienergebnisse legen nahe, diese Frage mit: „Ja, Atemtherapie kann die Symptome eines Long COVID Syndroms lindern“ zu beantworten. 

Long Covid ist mit vielfältigen Symptomen verbunden. Besonders häufig sind Atemwegsprobleme.

Viele Menschen leiden unter Long COVID 

Ein beträchtlicher Anteil an Menschen kämpft auch Wochen oder sogar Monate nach einer akuten Covid-19 Infektion mit den Auswirkungen der Erkrankung.

Der genaue Prozentsatz der Personen, die nach einer Covid-19-Infektion an Long COVID leiden, ist schwer zu bestimmen, da die Forschung zu diesem Thema noch im Gange ist und die Definition von Long COVID und die Erfassung von Langzeitfolgen noch nicht einheitlich vonstattengeht. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass eine beträchtliche Anzahl von Menschen nach einer akuten Covid-19-Infektion an langfristigen Symptomen leidet.

Einer französischen Untersuchung zufolge, die im renommierten Fachmagazin Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlicht wurde, hatten mehr als die Hälfte aller vormals hospitalisierten Covid-Patienten 4 Monate nach der Infektion noch mindestens ein Symptom zu beklagen.

zu den häufigen Symptomen von Long Covid gehören auch Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten.

Ein weiterer Artikel im Fachmagazin “Nature“ berichtet, dass Schätzungen zufolge bis zu 30% der Personen, die an Covid-19 erkrankten und nicht hospitalisiert waren, anhaltende Symptome entwickelten. Die Zahlen bei den stationär behandelten Fällen wird hier sogar auf 50-70% geschätzt. Hierbei handelt es sich um mindestens 65 Millionen Menschen weltweit. Dies wird sogar als konservative Schätzung beschrieben, wobei die tatsächliche Zahl aufgrund vieler nicht dokumentierter Fälle wahrscheinlich noch höher liegen dürfte, so der Artikel. 

Was genau versteht man unter Long COVID?

Doch was genau versteht man unter „Long COVID“? Mit welchen Symptomen ist zu rechnen? Und wie wird die Diagnose gestellt?

„Long-COVID“ (auch bekannt als Post-COVID-Syndrom oder Post-Acute-Sequelae-of-SARS-CoV-2-Infection, PASC) bezieht sich auf anhaltende Symptome und Gesundheitsprobleme, die bei einigen Personen nach einer akuten Covid-19-Infektion auftreten. Diese Symptome können Wochen oder Monate nach der akuten Infektion bestehen bleiben. 

Der Unterschied zwischen Post COVID und Long COVID

Der Begriff „Long COVID“ bezieht sich auf anhaltende oder wiederkehrende Symptome, die mehr als vier Wochen nach einer COVID-19-Infektion bestehen bleiben oder neu auftreten.

Als „Post COVID-Syndrom“ werden Beschwerden bezeichnet, die noch mehr als 12 Wochen nach Beginn der SARS-CoV-2-Infektion bestehen bleiben und für die keine andere Erklärung gefunden werden kann.

Letztlich besteht zwischen Long und Post COVID also eher ein zeitlicher Unterschied. Im allgemeinen Sprachgebrauch und auch in der Medizin wird allerdings selten strikt zwischen beiden unterschieden. Die Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) bringt dies zum Ausdruck und spricht vom „Long/Post COVID-Syndrom“.

Long COVID Symptome

Die Symptome können verschiedene Organsysteme betreffen, darunter die Lunge, das Herz, das Gehirn, die Muskeln und andere. Zu den häufigsten langfristigen Symptomen gehören Müdigkeit, Atemnot, Muskelschwäche, Gelenkschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sowie anhaltende Geruchs- oder Geschmacksstörungen. Im Folgenden sind einige der typischen Beschwerden aufgelistet:

1. extreme Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue)

2. Atembeschwerden oder Kurzatmigkeit

3. Brustschmerzen oder Herzrhythmusstörungen

4. Gelenk- und Muskelschmerzen

5. Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme („Brain Fog“)

6. Schlafstörungen

7. Anhaltender Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns

8. Herz-Kreislauf-Probleme

9. Magen-Darm-Beschwerden

10. Kopfschmerzen

11. Depression oder Angstzustände

Viele Betroffene des Long Covid Syndroms leiden unter Atembeschwerden und Atemnot.

Typisch sind Atembeschwerden und Müdigkeit

Wie sind die Atembeschwerden zu erklären?

Zu den typischen und sehr häufigen Symptomen gehören Atembeschwerden. Man geht davon aus, dass in der Lunge der Long COVID-Patienten Entzündungsherde, sogennante Infiltrate, bestehen. Diese können eine bleibende Überempfindlichkeit der Atemwege bewirken. Außerdem kann nach der Erkankung die Atemmuskulatur dauerhaft geschwächt sein. All dies kann häufiges Husten, Atemnot bei körperlichen Anstrengungen, eine allgemeine Atemschwäche, sowie Druck- und Enge-Gefühl im Brustkorb verursachen.

Die verbliebenen Atembeschwerden und andere Einschränkungen können aber auch ohne feststellbare organische Grundlage bestehen. Man spricht dann von einer funktionellen Störung. Diese kann ursächlich mit der als sehr beklemmenden Situation der empfundenen Luftnot und eventuell mit einer allgemeinen Angst vor der Covid-Erkrankung bzw. mit einer befürchteten bleibenden Einschränkung der Gesundheit zusammenhängen.

Fatigue: extreme Müdigkeit und Schwäche

In Bezug auf die für Long COVID anhaltende Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Muskelschwäche spricht man auch von „Fatigue“. 

Fatigue ist ein medizinischer Begriff, der extreme Müdigkeit, Erschöpfung und Schwäche beschreibt. Hierbei handelt es sich um mehr als nur normale Müdigkeit und kann das tägliche Funktionieren stark beeinträchtigen. Menschen mit Fatigue fühlen sich oft müde, selbst nach ausreichendem Schlaf, und können Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren oder körperliche Aktivitäten auszuführen. Fatigue kann viele Ursachen haben, darunter Krankheiten, Medikamente, psychologische Faktoren und Lebensstil. In Bezug auf Long COVID ist Fatigue ein häufiges Symptom, das viele Betroffene über Monate hinweg beeinträchtigen kann.

Mögliche Symptome von Long Covid sind ein Leistungsknick und Muskelschwäche.

Long COVID gilt als schwer zu behandeln

Long COVID-Symptome können von Person zu Person variieren und einige Menschen erleben möglicherweise unterschiedliche Symptome. Die Auswirkungen von Long-COVID können das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen und die Betroffenen oft dazu zwingen, ihre Lebensweise anzupassen.

Auch aus diesem Grund gilt Long COVID als nicht einfach zu therapieren. Es handelt sich nämlich um ein komplexes und vielschichtiges Krankheitsbild. Da die Symptome von Long COVID so vielfältig sind, erfordert die Behandlung oft eine multidisziplinäre und ganzheitliche Herangehensweise, die auf die individuellen Bedürfnisse und Symptome des Patienten zugeschnitten ist.

Atemtraing und Atemtherapie können Long COVID Symptome lindern 

Forschungsergebnisse belegen, dass die Lungenfunktion von ehemals invasiv beatmeten Covid-19-Patienten nach ihrer Entlassung aus der Intensivstation durch ein zweiwöchiges Atemtraining deutlich verbessert wurde. Eine Studie kam zu diesen Ergebnissen, nachdem die Atemmuskulatur mithilfe von Atemtrainingsgeräten gestärkt worden waren.

Atemtechniken und Atemtraining können die Beschwerden von Long Covid lindern.

Atemtherapie umfasst verschiedene Techniken und Übungen, die darauf abzielen, die Atmung zu verbessern, die Lungenkapazität zu erhöhen und die Atemmuskulatur zu stärken. Diese Therapie kann dazu beitragen, die Atemfunktion zu optimieren, die Atemmuskulatur zu kräftigen und die Atemtechnik zu verbessern, um die Atemnot zu lindern.

Studien zeigen, dass gezieltes Atemtraining entzündungshemmende Mechanismen aktivieren und die Lungenkapazität erhöhen können, was wiederum die Ausdauer, das emotionale Wohlbefinden und die Schlafqualität verbessert. Ihre einfache Anwendung machen diese Technik zu einem vielversprechenden Mittel, um den Symptomen von Long COVID entgegenzuwirken.

Gesundes Atmen und eine gesunde Lunge haben vielfältige positive Effekte auf unsere körperliche und psychische Gesundheit im Allgemeinen sowie auf unsere Regenerationsfähigkeit.

Auch kann Atemtraining das vegetative Nervensystem ausgleichen und sowohl Ruhe und Zuversicht vermitteln, als auch die Regenerationsfähigkeit des Körpers stärken. Dies trägt gleichzeitig dazu bei, den Betroffenen ihre Ängste vor der Krankheit zu nehmen und gleichzeitig eine Genesung auf körperlicher Ebene zu unterstützen.

ENO Breathe, ein in Zusammenarbeit des Imperial College Londons und der British National Opera entwickeltes, innovatives Trainingsprogramm, macht sich dies zu nutze um Long-COVID-Patienten zu einer Stärkung ihrer Atmung zu verhelfen. Das Programm, das vollständig online durchgeführt wird, konzentriert sich auf die Reduktion anhaltender Symptome und auf die Wiedererlangung der Atmung durch verschiedene Atemtechniken sowie durch Singen. Das ENO Breathe-Programm ist mittlerweile sogar preisgekrönt, denn wie Studien darstellen konnten, hilft es effektiv gegen Atemprobleme und die damit verbundenen Ängste der Patienten.

Atemtraining und Atemtherapie sind wissenschaftlich belegte Ansätze in der Behandlung von Long COVID 

Die Vorteile und positiven Wirkungen von Atemtraining und Atemtherapie konnten somit anhand wissenschaftlicher Studien belegt werden. Atemtherapie ist eine vergleichsweise kostengünstige und nebenwirkungsarme Methode, um eine lange Reihe an organischen und psychischen Beschwerden lindern zu können. Speziell bei anhaltenden Symptomen, die mit einer Covid-Infektion in Zusammenhang gebracht werden, dem sogenannten Post COVID Syndrom oder Long COVID kann eine Atemtherapie bzw. ein therapeutisches Atemtraining als Behandlung in Betracht gezogen werden.

Würden Sie gerne mehr über Atemtherapie erfahren? Schauen Sie mal hier vorbei. Natürlich können Sie mich auch gerne kontaktieren für ein unverbindliches Erstgespräch.

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