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Atemtechniken gegen Reiseübelkeit: 3 einfache Techniken für Auto, Bus, Wohnmobil & Co.

Atemtechniken gegen Reiseübelkeit können eine einfache, kostenlose Hilfe sein.

Reisen – für viele eine der schönsten Beschäftigungen im Jahr. Neue Orte entdecken, unterwegs sein, Freiheit spüren. Doch manchmal mischt sich ein unangenehmer Begleiter dazu: Reiseübelkeit.

Ob im Auto, im Bus oder im Wohnmobil – besonders auf kurvigen Strecken oder längeren Fahrten kann das flaue Gefühl im Magen schnell die Vorfreude trüben.

Gerade in der Sommerzeit, wenn viele mit Kindern unterwegs sind, ist Reiseübelkeit ein häufiges Thema – nicht nur bei den Kleinen.

Passend dazu erreichte mich vor kurzem diese Nachricht einer meiner Kurs-Teilnehmerinnen:

„Lieber Roman,
ich habe eine Idee für einen Blogartikel. Wir sind mal wieder mit dem Wohnmobil unterwegs und ich sitze mit den Kindern hinten im Wohnbereich. Mir wird leider immer wieder enorm übel bei der Fahrt. Vielleicht hast du einen Tipp für eine Atemtechnik gegen Übelkeit?
Viele Grüße aus Kroatien“

Reiseübelkeit kann Vielen die Freude an einer der schönsten Sachen der Welt vermiesen.

Solche Fragen liebe ich – weil sie zeigen, wie konkret und praktisch der Atem uns im Alltag unterstützen kann. Und weil sie ein Thema aufgreifen, das viele betrifft:
Reiseübelkeit – ob im Auto, Bus, Flugzeug oder Wohnmobil. Besonders bei Kindern ist sie ein häufiger Begleiter. Aber auch viele Erwachsene kennen das flaue Gefühl, das beim Fahren entstehen kann.

Was viele nicht wissen: Gezielte Atemübungen können Reiseübelkeit lindern oder sogar ganz vermeiden – und sind ein zentraler Baustein für stressfreies Reisen mit Atemtechniken, gerade bei längeren Fahrten oder Flügen.

Denn Atemtechniken wirken direkt auf das vegetative Nervensystem, beruhigen das Gleichgewichtssystem und helfen, innere Unruhe oder aufkommende Übelkeit zu regulieren – vorausgesetzt, sie werden richtig und sicher angewendet.

Warum Atemtechniken gegen Reiseübelkeit helfen können

Atemtechniken bieten eine wirksame, einfach anzuwendende Alternative zu Medikamenten – besonders vorteilhaft für Kinder, Fahrgäste oder Menschen mit Medikamentenempfindlichkeit. Dies konnte auch in Studien gezeigt werden.

Eine Studie aus dem Jahr 1999 untersuchte z.B. die Wirkung von langsamer, tiefer Atmung bei künstlich induzierter Bewegungskrankheit (optokinetisches Rotationsverfahren). Ergebnis: Die Gruppe, die langsam und tief atmete, berichtete über deutlich geringere Übelkeitssymptome im Vergleich zu Kontrollgruppen.

Dies sind einige der Gründe, weshalb Atemtechniken spezifisch gegen Übelkeit helfen können:

  • Beruhigung des vegetativen Nervensystems
    (vom Sympathikus in den Parasympathikus-Schaltmodus wechseln)
  • Reduktion von Stress, Angst und Panik, die Übelkeit deutlich verstärken können – besonders dann, wenn der Körper bereits im Alarmmodus ist.
    Wie Atemarbeit bei Angst wirklich wirkt (und warum reines „Wegatmen“ oft nicht hilft), erkläre ich hier ausführlich.
  • Verbesserung der Sauerstoffversorgung, wenn durch flache Atmung Schwindel oder Unwohlsein entsteht
  • Fokus und Rhythmus lenken den Geist weg vom Übelkeitsgefühl
Atemtechniken können eine gute Methode gegen Reiseübelkeit sein.

🌀 3 einfache Atemübungen gegen Reiseübelkeit

Diese Techniken eignen sich auch hervorragend für Kinder, da sie ruhig, einfach und wirkungsvoll sind. Wenn du speziell nach spielerischen Atemübungen für Kinder suchst, findest du hier weitere bewährte Übungen.

. Wichtig: Natürlich nicht beim Fahren am Steuer anwenden – aber für Beifahrer*innen oder in der Pause ideal.

1. Kohärenzatmung (Resonanzatmung)

Rhythmus: ca. 5–6 Sekunden einatmen, 5–6 Sekunden ausatmen
Wirkung: stimuliert den Vagusnerv, beruhigt den Magen-Darm-Trakt und aktiviert Prozesse, die unter anderem mit der Freisetzung von Stickstoffmonoxid im Atem zusammenhängen.

🟩 So geht’s:

  • Atme 5 Sekunden durch die Nase ein
  • Halte kurz inne (ca. 1 Sekunde)
  • Atme 5 Sekunden durch die Nase oder den leicht geöffneten Mund aus
  • Wiederhole für 3–5 Minuten, am besten bei geöffnetem Fenster oder in frischer Luft

Tipp: Du kannst diese Übung auch präventiv in Pausen machen – bevor Übelkeit entsteht.

Du kannst dich auch einfach von mir, bzw. sanften Gong-Klängen in der Kohärenzatmung anleiten lassen – nämlich mit diesem Youtube-Video:

2. Verlängertes Ausatmen

Rhythmus: z. B. 3 Sekunden ein, 6 Sekunden aus
Wirkung: aktiviert gezielt den Parasympathikus – ideal bei aufkommender Übelkeit, Unruhe oder leichter Panik

🟩 So geht’s:

  • Atme 3 Sekunden sanft durch die Nase ein
  • Atme 6 Sekunden langsam und gleichmäßig aus
  • Am Ende des Ausatmens: leises Seufzen erlaubt – das entspannt zusätzlich

Diese Übung kannst du auch mit geschlossenen Augen durchführen – z. B. bei einem kurzen Stopp auf einem Parkplatz oder Rastplatz.

Wenn Du nicht zählen magst, kannst dich auch einfach von mir anleiten lassen – nämlich mit diesem Youtube-Video:

3. Summen – die „Bienenatmung“ (Bhramari)

Technik: Summen auf „mmm“ beim Ausatmen
Wirkung: stimuliert den Vagusnerv, beruhigt Magen-Darm-Trakt und wirkt auf das Innenohr

🟩 So geht’s:

  • Atme tief durch die Nase ein
  • Beim Ausatmen: summe sanft auf „mmmmm“ wie eine Biene
  • Spüre die Vibration im Gesicht, in der Stirn oder im Brustraum

Diese Technik ist besonders hilfreich bei Kindern – sie macht neugierig, beruhigt schnell und lenkt die Aufmerksamkeit auf den Körper.

Zusätzliche Tipps für unterwegs:

  • Aufrecht sitzen und den Blick möglichst nach außen richten
  • Nicht nach unten schauen, z. B. auf Handy oder Buch
  • Fenster öffnen oder Frischluftzufuhr nutzen
  • Aromatherapie einsetzen: z. B. Pfefferminzöl oder Ingwerduft können unterstützend wirken
  • Kleine Atempausen einlegen – auch wenn dir (noch) nicht schlecht ist
  • Pausen nicht zu kurz kommen lassen – am besten nutzt du Fahrpausen auch als Atempausen

Fazit: Übelkeit regulieren mit dem Atem

Gerade bei so unangenehmen Dingen wie Reiseübelkeit zeigt sich, wie kraftvoll und schnell Atemübungen helfen können – sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern.

Denn wenn wir unser Nervensystem durch bewusste Atmung wieder in Balance bringen, reagieren auch der Magen, das Gleichgewichtssystem und der gesamte Körper entspannter.

Probiere es bei der nächsten Reise aus – und wenn du möchtest, integriere kleine Atempausen schon vorsorglich in deine Fahrplanung. Dein Körper wird es dir danken.

Wenn du lernen möchtest, wie du Atemtechniken nicht nur punktuell, sondern nachhaltig in deinen Alltag integrierst – auch in stressigen Situationen – findest du hier mein Live-Online-Format dazu.

Und wenn dir dieser Artikel geholfen hat, teile ihn mit anderen Reisenden oder Eltern – vielleicht wird eure nächste Fahrt entspannter, als du denkst.