Atemübungen für Kinder?! Wieso denn das?
In unserer bunten und häufig hektischen Welt ist es wichtig, dass Kinder lernen, sich zu entspannen und ihre Emotionen zu regulieren. Atemübungen können dabei helfen! Sie sind nicht nur gesund, sondern auch ein großer Spaß! Doch bevor wir in die aufregende Welt der Atemübungen eintauchen, schauen wir uns an, welche Atemprobleme Kinder häufig haben und warum es toll ist, gemeinsam daran zu arbeiten.

Weshalb Atemübungen für Kinder?
Mögliche Atemprobleme bei Kindern
Manche Kinder haben Schwierigkeiten mit ihrer Atmung, die sich negativ auf ihr Wohlbefinden auswirken können. Hier sind einige häufige Probleme:
- Mundatmung: Viele Kinder atmen durch den Mund, insbesondere wenn sie erkältet sind oder allergische Reaktionen haben. Das kann zu trockenen Schleimhäuten führen und die Sauerstoffversorgung beeinträchtigen. Hier habe ich mehr über Mundatmung bei Kindern geschrieben.
- Schnarchen: Schnarchen kann nicht nur den Schlaf stören, sondern auch auf Atemprobleme wie eine Verengung der Atemwege hinweisen. Dies kann zu Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten während des Tages führen.
- Atemanhalten: Einige Kinder neigen dazu, den Atem anzuhalten, z.B. wenn sie sich unsicher oder ängstlich fühlen. Dies kann den Körper unter Stress setzen und zu unregelmäßiger Atmung führen.
- Pressatmung: Diese Art der Atmung geschieht oft, wenn Kinder versuchen, ihre Emotionen zurückzuhalten, sich unter Druck gesetzt fühlen oder wenn sie gestresst sind. Es kann zu Verspannungen im Körper führen und das Wohlbefinden stark beeinträchtigen.
All diese können den Körper unter Stress setzen und eine unregelmäßige Atmung verstärken. Wie sich ein solches festgefahrenes Muster (Fehlatmung) in der Praxis äußert und wie wir es gemeinsam lösen können, erfährst du in diesem Fallbericht über ein Kind mit auffälligem Atemmuster.
Warum Atemübungen helfen können
Atemübungen sind eine fantastische Möglichkeit, Kindern zu helfen, ihre Atmung zu regulieren und sich bewusster mit ihrem Körper auseinanderzusetzen. Sie fördern die Entspannung, stärken das Selbstbewusstsein und können sogar die Konzentration verbessern. Gemeinsam Atemtechniken zu üben, macht nicht nur Spaß, sondern stärkt auch die Bindung zwischen Eltern und Kind. Atemstarke Kinder sind allgemein starke und selbstbewusste Kinder!
Übrigens: manchmal braucht es noch ein bisschen mehr als Atemübungen–nicht selten haben sich Kinder schlechte Atemformen angewöhnt. Dann macht auch eine Atemtherapie, bzw. eine individuelles Atemtraining Sinn. Falls du darüber mehr erfahren möchtest, schau mal hier nach oder lass dich von mir ganz unverbindlich beraten.
Starke Eltern, starke Kinder: Starte deine eigene Atemreise!
Viele Eltern kennen das Problem: Die Motivation hält nur kurz, der Alltag kommt dazwischen, oder die Kinder blocken die Übungen ab, weil sie es als „Zwang“ empfinden. In meinem Online-Kurs „Atemhelden für starke Kinder & entspannte Eltern“ lernst Du:
- Wie Du spielerische Routinen etablierst, die Spaß machen und bleiben.
- Wie Du die ursächlichen schlechten Atemmuster deines Kindes erkennst und korrigierst.
- Dein Kind von innen stärkst, damit es Stress und Ängste selbst regulieren kann.
Höre auf, ständig neue Übungen zu suchen. Finde die klare Strategie, die für Deine Familie funktioniert!

5 Kindgerechte Atemübungen
- Die Ballon-Atmung:
- Anleitung: Lass dein Kind tief durch die Nase einatmen und dabei den Bauch wie einen Ballon aufblähen. Danach atmet es langsam durch den Mund aus und lässt den „Ballon“ wieder leeren.
- Wofür gut? Diese Übung fördert die tiefe Bauchatmung und hilft, Spannungen abzubauen. Dein Kind wird merken, wie sich der Bauch anfühlt, wenn er sich dehnt und wieder zusammenzieht!
2. Das Kuscheltier „Fahrstuhl fahren lassen“: Diaphragmatisches Atmen
- Anleitung: Lass dein Kind sich auf den Rücken legen und ein Kuscheltier auf den Bauch legen. Es atmet tief ein und schaut, wie das Kuscheltier beim Einatmen nach oben steigt und beim Ausatmen wieder sinkt – fast so, als würde das Kuscheltier „Fahrstuhl fahren“.
- Wofür gut? Diese Übung fördert das Bewusstsein für den eigenen Atem und hilft, das Zwerchfell (Diaphragma) zu aktivieren, was die Entspannung und die Lungenkapazität steigert. Ein gesundes und gut funktionierendes Zwerchfell gewährleistet eine gesunde und ruhige Atmung. Auch zum Einschlafen kann die Übung gut sein!


3. Die Brahmari-Atmung:
- Anleitung: Diese Technik stammt aus dem Yoga und wird auch „Bienenatmung“ genannt. Lass dein Kind die Ohren mit den Händen zuhalten und tief durch die Nase einatmen. Beim Ausatmen macht es einen summenden Ton wie eine Biene (mhhhhh). Es kann auch die Augen schließen und sich auf das Summen konzentrieren.
- Variationen: Dein Kind kann auch die Augen und Ohren während der Übung geschlossen halten und sich vorstellen, dass es im Garten voller Blumen sitzt.
- Wofür gut? Brahmari beruhigt den Geist und hilft, Stress abzubauen. Es fördert die Konzentration und das Fühlen der eigenen inneren Ruhe.
4. Atmen wie eine Maus – atmen wie ein Bär:
- Anleitung: Frage doch einmal dein Kind, wie wohl eine Maus atmet. Macht es eine kurze Zeit nach: schnelle, kurze, kleine Atemzüge durch die Nase ein und ausatmen. Wie fühlt ihr euch danach? Vielleicht wie eine aufgeregte, leicht verängstigte Maus? Dann sagt ihr gemeinsam: „Jetzt sind wir gemütliche Bären!“ und atmet tief und langsam durch den Bauch ein, während ihr euch entspannt zurücklehnt.
- Wofür gut? Diese Übung hilft, verschiedene Atemmuster zu verstehen und mit Gefühlszuständen in einen Zusammenhang zu setzen. Schnelles Atmen versetzt uns in Angst und Unruhe, während tiefes, entspanntes Atmen in die Tiefe unseres Bauches uns beruhigt und Ängste mindert.
5. Simhasana (Löwenhaltung und Atmung für Kinder):
- Anleitung: Simhasana, auch Löwenstellung genannt, ist eine tolle Yoga-Übung, die dir hilft, stark und mutig zu sein, wie ein Löwe!
- Setz dich bequem: Setz dich auf deine Fersen, mit den Händen auf die Knien
- Mach dich groß: Atme tief ein und richte deinen Rücken auf. Du wirst jetzt so groß und stark wie ein Löwe!
- Mach ein Löwengesicht: Atme aus und öffne deinen Mund weit. Zeige deine Zähne und mache ein lautstarkes „HA!“, während du deine Zunge herausstreckst.
- Fühle dich mutig: Bleibe in dieser Position und halte die Löwenpose für ein paar Atemzüge. Spüre die Kraft in dir!
- Wiederhole es: Mach die Löwenstellung ein paar Mal, um dich stark und mutig zu fühlen!
- Wofür gut? Du dehnst deine Muskulatur und machst deinen Körper stark, baust Stress ab, fühlst dich mutig und selbstbewusst, wie ein echter Löwe!
Tipps für die Praxis
- Spaß und Kreativität: Dies sollte im Vordergrund stehen. Macht die Übungen spielerisch. Nutzt Kissen oder Decken, um die Übungen interessanter zu gestalten, oder erfindet Geschichten zu den Übungen.
- Regelmäßigkeit: Falls es Spaß macht – versucht, die Atemübungen täglich einzubauen, vielleicht morgens nach dem Aufstehen oder abends vor dem Schlafengehen.
- Vorbild sein: Eltern sollten die Übungen gemeinsam mit ihren Kindern machen, um sie zu motivieren und eine entspannende Zeit miteinander zu verbringen.
- Therapeutischen Rat oder Hilfe suchen: Bei Bedarf macht es natürlich auch Sinn, den Rat oder Unterstützung eines Therapeuten zu suchen. Gerne beantworte ich Fragen rund um die Atemtherapie in einem kostenlosen Beratungsgespräch.
Fazit
Atemübungen sind eine wunderbare Möglichkeit, Kindern zu helfen, ihre Emotionen zu regulieren und sich zu entspannen. Sie sind nicht nur gesund, sondern auch eine tolle Gelegenheit, gemeinsam Zeit zu verbringen und Spaß zu haben. Probiert diese spielerischen Techniken aus und schaut, wie sie die Stimmung in eurer Familie aufhellen können!



